Brandy: What about us


Der Text des Stücks ist relativ simpel, er beschreibt, die Unzufriedenheit der Sängerin mit einer Beziehung. Sie beschwert sich über die vielen Versprechungen, die nicht eingelöst werden und zeigt dass zudem viele andere gut aussehende Männer an ihr interessiert sind. Die Bilder sind im Verhältnis dazu spektakulär, es handelt sich um ein aufwendig digital produziertes Video mit künstlichen Phantasy Elementen.
Der Clip beginnt mit einem close up eines Zettel in altertümlicher Schrift: Promise- to love you forever, - never to cheat, - always be there. Nach dem nächsten Schnitt ist Brandy auf der rechten Seite zu sehen, den Hintergrund bilden Pyramiden in einer grünen Landschaft. Die computergenerierte Landschaft ist ortlos, sie ist nicht näher bestimmt. Brandy hält die Sätze mit den gebrochenen Versprechen als Schrifttafel/-rolle in der Hand, dann hockt sie vor einer Art Schatztruhe. Im Hintergrund werden fliegende Bäume mit breitem Wurzelwerk, die eine Art Insel bilden, sichtbar. Auf einigen der Inseln kommen einzelne Männer auf Brandy zugeschwebt und schauen sie an (Textzeile hier: i don t need you). Brandy trägt ein schwarzes Lederkostüm schwarze lange Handschuhe und einen Nietengürtel. Sie greift in die rosenbekränzte Schatztruhe und holt ein Amulett hervor. Man sieht scheinbar die Schätze aus ihrer Kindheit ein Stofftier Affe, die Schatztruhe steht für die Erinnerung. Sie schließt die Truhe, nun werden die Pyramiden wieder sichtbar und es stellt sich heraus, dass diese aus Männerkörpern bestehen. Die Körper schwarzer Männer sind in den Männerbergen symmetrisch angeordnet und mit Asche bemalt, einzelne Männer verziehen leidend das Gesicht. Die mythische Landschaft zeigt die Männerkörper als Skulpturen, oben auf der Pyramide auf der Brandy mit der Schatztruhe steht, ist eine Art Nest. Später wird deutlich, dass sich diese Landschaft in einer fernen Galaxie befindet.
Die für die digitalen Gestaltungsmittel typische Tunnelfahrt beginnt mit einem Flug über die grüne Landschaft und einen See. Dann folgt der Betrachter der Kamera beim Eintauchen aus der Landschaft in einen Tunnel. In diesem „Timetunnel“, der aus technoiden Elementen und Lamellen in schwarz silbergrau zusammengesetzt ist, steht Brandy. Sie trägt ein Leder Nieten Kostüm und Stiefel mit Fransen, sie tanzt durch Tunnel und schwenkt ihre Hüften, macht Kickbox ähnliche Bewegungen. Dann fliegt ein Baseballschläger heran. Brandy fängt ihn zielsicher auf, betrachtet ihn mit sichtlichem Vergnügen und bezieht ihn in den Tanz mit ein. Sie schwingt den Baseballschläger rhythmisch hin und her und steht breitbeinig trotz der hochhackigen Stiefel. In Grossaufnahme wird ihr ebenmässiges Gesicht, fast wie bei einer computergenerierten Digitalen Beauty gezeigt, dann tritt die Kamera zurück: Ein Handy fliegt auf Brandy zu, sie befeuchtet einen Finger mit der Zunge und hält ihn hoch als Geste des Zielens. Dann schlägt sie das Handy zurück in den Tunnel. Die nächste Grossaufnahme zeigt einen fliegenden PDA, mit einer schemenhaft erkennbaren "message for brandy" auf dem Display, auch dieser Gegenstand wird gekonnt zurückgeschlagen. Der Spaß an der Aktion wird daran verdeutlicht, dass der Schlag wiederholt wird, nun zeigt die Kamera ihn von anderer Seite. Der PDA fliegt in zwei Teilen zurück, Brandy tänzelt mit Baseballschläger und gibt sich sportlich. Als nächstes fliegt kopfüber ein Mann in hellblauem Nicki-Jogginganzug vorbei, hier kommt der Baseballschläger nicht zum Einsatz. Brandy nimmt ihm im Vorbeiflug die Sonnenbrille ab und setzt sie auf. Dann zeigt sich eine Spiegelung in den Gläsern der Sonnenbrille, die den morphigen Übergang in einen neuen Raum bildet. Es ist ein silberner, digital erzeugter virtueller Raum (vgl Busta Rhymes Janet Jacksson) mit einer Gitterplattform in der Mitte, die wie Wäschespinne oder ein Trichter gestaltet ist. In der Mitte befindet sich die Sängerin im roten Kleid mit rote Fransen bis zum Boden, roten Lippen und schwarzen Handschuhen. Um sie herum winden sich zwei glänzende Graphitmänner in Ketten, die in Close-Ups ihre Waschbrettbäuche, die muskulösen Körper und ihre glänzende Haut zur Schau stellen. Die Männer sind in Ketten und tragen Nierenhalsbänder um den Hals, sie knien, beugen den Kopf herunter und strecken ihre Hände nach vorne. Die schwarzen Tänzer bewegen sich vor einem Hintergrund mit bewegten Silberstreifen, der Boden ist mit in Falten gelegtem schwarzem Satin ausgelegt.
Der nächste harte Schnitt führt zurück in das Land mit den schwebenden Bäumen und den Männerpyramiden, diesmal im Lichte eines "Sonnenuntergangs", Brandy trägt wieder die schwarze hautenge Lederkombination mit Hüfthose. Brandy blickt nach oben, in diesem Moment wird deutlich, dass sie sich auf einem anderen Planeten befindet. Sie sieht die Erde und den Mond über sich. Die Kamera fährt nach oben und zoomt auf die Erdkugel, die Blickrichtung dreht sich um und aus der Vogelperspektive werden gleichmäßige bunte rechteckige Strukturen sichtbar. Je weiter der Zoom Richtung Erde geht desto deutlich wird, dass es sich um einen riesigen Parkplatz mit Autos handelt. Die Kamerafahrt endet mit einem Close-Up, das Brandy in einem Strassenkreuzer Cabrio mit verchromten Stossstangen zeigt. Ein Mann im roten Muskelshirt schaut zu ihr herüber, weitere Autos mit männlichen Insassen werden gezeigt, ihre Gesichter sind angeschnitten, sie lümmeln sich cool in ihren Autos wie z.b der rot gekleideter? Rastafari von dem schwebenden Bäumen. Dann wirft die Kamera einen Blick von oben auf Brandys Auto, die eine JumpCar Fernsteuerung in der Hand hält und diese betätigt und das Auto langsam zum Tanzen bringt. Über ihr wölbt sich der schwarze Himmel mit Vollmond. Brandy „swingt“ im Auto hin und her und steuert die Hydraulik das Auto ruckelt, im Gegenschnitt zeigt sich ein Mann mit roter Strickmütze, der die Schnauze seines Auto hochstellt. Letzendlich steigt ein Typ in schwarzem Leder-Outfit zu Brandy, Brandy grüsst ihn mit einer lässigen Bewegung des Kopfes.
Das Video zeigt verschiedene Orte und Zeitebenen, harte Schnitte und sanfte morphende digitale Übergänge werden kontrastiert. Die digitalen Effekte wie die Metalleffekte im Silberraum die Graphitkörper der Tänzer Brandys Lippen und die Tunnelfahrten, erzeuge eine "fluidness" der Video Ästhetik, die durch die harten Cuts kontrastiert wird. Immer wieder wechselt die Perspektive zwischen Close-ups auf die Sängerin und ihr Gesicht bis zu Grossaufnahmen ihres Mund mit grell geschminkten rote Lippen und schwarzgeschminkte Augen, ihr Gesicht und ihr Körper sind ebenmässig und wirkt künstlich wie die Landschaft.
Brandy ist sehr modisch zeitgemäß gekleidet, in ausklingende Cowboymode und beginnende Punkaccessoires zeigen sich hier, sie begeht kein modisches Wagnis. Die Männer auf den schwebenden Inseln und die Typen in den Autos tragen gängigen HipHop Outfits: z.b. Bandanas und Mützen und Anglerhüte

Vergleich:
Bei Brandy handelt es sich um ein Mainstream R´n´B Video, daher stellt sich eine gute Vergleichbarkeit zu Busta Rhymes her. Beide Videos sind nicht spektakulär auf den ersten Blick, sie zeigen keine "lauten" Bilder", sind aber trotzdem entweder sehr aufwendig digital gestaltet und extrem künstlich oder zeigen wie im zweiten Fall eine relativ dichte Erzählung. Brandy stellt sich nicht als eine aggressive Rebellin dar, sie ist keine wilde Frau, die ihre sexuellen Phantasien beschreibt und auslebt im Video, wie etwa Lil Kim. Die Bilder zeigen aber die Bestimmtheit einer minimal autonomen weiblichen Haltung, die Auswahl des Partners selbst zu treffen und sich nicht einwickeln zu lassen. Der Baseballschläger weist auf diese Bestimmtheit, nicht auf eine brutale Aggressivität mit der Absicht die Männer körperlich zu züchtigen für das an ihr begangene Unrecht, wie z.B. bei Kelis. Brandy ist sexy gekleidet, ohne sich total zu entblößen, sie wechselt ihr Outfit im Clip, die schwarze Kleidung trägt sie sowohl auf dem Planeten als auch im Timetunnel. Nur in der Szene mit den zwei angeketteten Tänzern trägt sie ein rotes Kleid. Sie bewegt die Jump Car Hydraulik selbst, dies ist in G-Funk Videos Teil der männlichen Verführungsstrategie, das Auto aufsteigen zu lassen um maximale Potenz anzudeuten.
Brandys Video repräsentiert eine Arbeit im Kleinen an den Geschlechterverhältnissen, sie emanzipiert sich im ganz normalen Beziehungschaos von männlichen leeren Versprechungen. Die Betonung von technischen Accessoires - Steuerung des Autos- und gleichzeitig Ablehnung (Kommunikations-) Technik als Mittel falsche Versprechungen zu transportieren, dagegen sind die ursprünglichen Versprechungen auf Schrifttafeln.
Der Planet und der Silber-Raum zeigt die Möglichkeit einer weiblichen Herrschaft über die Männer bis zur Versklavung, die Männer stehen zur Verfügung und sind formbares Material, der Versuch der Übertragung auf die Erde wird nur die die Jumpcar Steuerung aufrechterhalten. Der Ort des Planeten gibt darüber hinaus, Hinweise auf eine mögliche matriachalische Zukunft, in der die Frauen als Königinnen auf den Männerbergen residieren und in der die Versprechungen gehalten werden.
Busta Rhymes Family life Rechte der Kinder gegen die Gangsta, Schwerpunkt Neighbourhood, Frauen und ihre Sexiness nicht im Vordergrund, hier nur die chicks gezeigt
Busta Rhymes und Kinder keine Frau im Schlosshaus männliche Selbstbestimmung ohne Gangsta Attitude.
Aphex Twin Parodie groteske Verzerrung der Verfügbarkeit des weiblichen Körpers als Objekt des Schauens, Enttäuschung des voyeuristischen Blicks in Verdopplung des Zuschauers und stellvertretend durch die zwei schwarzen Männer, starke schwarze Frauen (Silverman aber durch weissen Mann verführt?) Eroberung des weiblichen Körpers
Körper und Gesicht Konstellation Abtrennung hier vorgeführt, das Gesicht in den G-Funk Videos unwichtig, Betonung liegt auf den Körperteilen, sezierender Blick der Kamera präsentiert die verfügbaren Waren (Jessica Evans Maplethorpe) Angebote des weiblichen Körpers, Brüste und Hintern, hochhackige Schuhe Bikinis