Empirische Studien zur Jugendkultur

 

Abstract der Intercool Studie


Anlässlich der Ausstellung Inter-Cool 3.0. Jugend Bild Medien, die vom 17. September bis 28. November 2010 im Kontext von Ruhr 2010 (Kulturhauptstadt Europas) im Dortmunder U-Turm - unter kuratorischer Leitung von Prof. Dr. Birgit Richard (Jugendkulturarchiv Frankfurt) und dem HMKV - stattfand,  wurden Jugendliche und junge Erwachsene zu ihrem (Mode-) Stil, ihren Konsum- und Mediengewohnheiten befragt. Zu diesem Zweck wurde eine große, zufällig anfallende Stichprobe (503 ProbandInnen) erhoben. 82% der interviewten BesucherInnen entsprachen mit 13-24 Jahren der primären Zielgruppe. Insgesamt lag der Altersdurchschnitt bei 19 Jahren. Davon waren 58% weiblich und 42% männlich, der Großteil stammte aus Dortmund und Umgebung, ging dort zur Schule oder studierte (Gesamtschule 27,8%, Gymnasium 23,5%, Realschule 0,8%, Hauptschule 1,6%, Universität 26,8 %, keine Angaben 19,7%).

Die Befragung dient als eine Erweiterung der 2005 - vom Archiv der europäischen Jugendkulturen an der Goethe Universität Frankfurt unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Richard - durchgeführten coolhunters:style-Studie. Fragen zum Web 2.0 und seinen Anwendungen stellen elementare wie unumgängliche Ergänzungen zu den Ergebnissen der coolhunters:style-Studie dar, die in den letzten Jahren im Alltag von Jugendlichen höchste Bedeutsamkeit erlangt haben. Plattformen wie YouTube, Facebook und Twitter - aber auch Blogs, Wikis oder Instant Messaging - prägen heute nahezu alle alltäglichen Kontexte. Im Vergleich zu früheren Generationen schaffen Digitalisierung und globale Netzwerke  völlig neue Sozialisationsbedingungen für Jugendliche (vgl. Schmidt/Paus-Hasebrink/Hasebrink 2009).

Bezüglich ihrer Ergebnisse weist die durchgeführte Befragung auf visuelle Konzepte und Konstrukte zeitgenössischer Jugend hin. Diese zeigen sich sowohl in den medialen Repräsentationen im Zeitalter des Web 2.0, aber auch in Computerspielen, FanArt oder in der digitalen Musikkultur - ganz besonders deutlich treten sie jedoch in der Mode hervor. Der besondere Umgang mit Mode, Musik und Raum eröffnet Nischen, mit denen sich die Jugend jeder Dekade beinahe unbemerkt einen erheblichen audiovisuellen Wissensvorsprung gegenüber der älteren Generation erarbeitet.

******

soon more ...