Forschungsprojekte NEUE MEDIEN
Leitung Prof. Dr. Birgit Richard

 

Abgeschlossen:

Juni 1999- Dez 2001
Forschungsprojekt im Forschungsschwerpunkt „Frauenbewegungen-kultureller und sozialer Wandel“ - Forschungsfeld III „Kulturelle Konstruktionen von Geschlechtern“
des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK)
Titel: Die Konstruktion von weiblichen Repräsentationsbildern in Computerspielen


Mai 2002-April 2005
Forschungsprojekt im Rahmen des Programms Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften der Volkswagenstiftung
Titel: Uniform in Bewegung. Zum Prozess der Uniformität von Körper und Kleidung
zusammen mit Frau Prof. Dr. Gabriele Mentges, Institut für Kulturanthropologie des Textilen, Universität Dortmund


Zur Uniformität der Heldin gefördert von der Volkwagenstiftung
2005
Mag.Nina Metz


Cool:blog weblog zu Jugendkulturen
gefördert von der Uni Frankfurt und megadigitale
Leitung: Prof. Dr. Richard in Kooperation mit Prof. Dr. Verena Kuni
Dr. Jutta Zaremba
Mag. Nina Metz
Tina Ballach
Stefan Huth
2007
http://141.2.86.23/coolblog/


Studie coolhunters:style  (2005 und 2006)
Leitung: Prof. Dr. Richard
Dr. Alexander Ruhl
Manuel Mousiol
Harry Wolff
Stefan Levkovits
http://www.coolhunters.net/sites/frageb.htm


Impeach my bush Widerständige Weiblichkeitsbilder im
Musikvideo
gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Projektleitung Prof. Dr. Richard

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Dr. Jutta Zaremba: WIDERSTÄNDIGE WEIBLICHKEIT: Riot Grrrls bei YouTube

Bei der Suche nach weiblichen subkulturellen Musikbewegungen, spielt das Riot Grrrl-Movement eine wichtige Rolle, da es seit den Jahrzehnten seiner Gründung Ende der 1970er Jahre bis zur heutigen Existenz Ausdruck von widerständiger Genderpolitik ist. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine rein historische Bewegung, sondern um eine nach wie vor lebendige Szene, die sich mittlerweile bei internationalen Ladyfesten artikuliert.
Dass die entstandenen widerständigen Artikulationsformen sich über die Jahrzehnte gewandelt haben, wird in den Analysen von insgesamt vier Musikvideos auf der Videoplattform YouTube besonders berücksichtigt. Es haben sich zwei Dekaden und somit zwei Inszenierungsformen widerständiger Weiblichkeit gebildet: Während in den beiden Videos der 1990er Jahre (BABES IN TOYLAND He´s My Thing 1990 und HOLE Doll Parts 1993) die Visualisierung von Puppenkörpern ein zentrales Motiv ist, mit dem eine aggressive und subversive Weiblichkeit transportiert wird, zeigen die beiden Videos der 2000er Jahre (LE TIGRE Well Well Well 2002 und LE TIGRE New Kicks 2004) eine Verlagerung hin zum postsexuellen Körper, der performative Genderauflösungen und ästhetisch motivierte Subjektpositionen vorführt.

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Mag. Marcus Recht: Stached Women Visuelle Repräsentationen bärtiger Weiblichkeit auf Flickr.com

Das Bild der bärtigen Frau, das bereits Bestandteil der klassischen Kunst war findet sich nun als „Shifting Image“ nicht nur im aktuellen Musikvideo, sondern ist auch fester Bestandteil der Web 2.0 Plattform Flickr.com. Marcus Recht unternimmt in seinem Text zunächst den Versuch einer Klassifikation der verschiedenen visuellen Repräsentation von schnurrbärtiger Weiblichkeit. Im nächsten Schritt findet der Signifikant für sexuelle männliche Potenz, für Macht, Rang, Reife, Stand und Wissen Anwendung auf feministische Praxen, wie „Power Dressing“, Humor als politische Waffe und schließlich auf Dekonstruktion von Geschlecht mit der gleichzeitigen Erzeugung von „Gender Trouble“.

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Mag. Jan Grünwald: Bilder widerständiger Weiblichkeit auf Myspace

Dieser Aufsatz setzt sich mit Bildern von Weiblichkeit und deren Subversionspotential auseinander. Der Focus liegt auf dem weiblichen Starkörper und dessen Präsentation innerhalb der Strukturen des sozialen Netzwerks MySpace. Es stellt sich die Frage, inwieweit eine bildlich manifestierte, widerständige Weiblichkeit auszumachen ist und, wenn es diese Widerständigkeit gibt, durch welche Repräsentationsstrategien sie erzeugt wird und welchen Teil die medienstrukturellen Eigenheiten des Netzwerks MySpace dazu beitragen, diese darzustellen, zu erzeugen und zu konservieren.

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Mag. Nina Metz: "Widerständige" Bilder- Der Tod und das Mädchen

Im Rahmen meiner Auseinandersetzung wird, über die Analyse der, sich  in ihrer visuellen Gestaltung stark unterscheidenden Musikvideos Galang der britischen Art-School-Hiphopperin M.I.A. und des Videos zu dem Song Kiss der jungen Singer/Songwriterin Scout Niblett, gezeigt werden, wie es über die Inszenierung alternativer kultureller Räume gerade im Rahmen populärkultureller medialer Formen zur Anwendung von visuellen Strategien einer Off-Kilter-Resistance kommt. Eine solche indirekte Opposition fungiert dabei nicht explizit sozial- bzw. kulturkritisch, sondern ist charakterisiert durch eine spielerische und indifferente Positionierung gegenüber gesellschaftlichen Diskursen, die sich in der Produktion kultureller Stör- und Irritationsmomente, sogenannter diskursiver Geister gestaltet. (Vgl. Butz / Ripmeester 1999)

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Tina Ballach: Surreale Bildelemente als Träger subversiver Botschaften

Videoanalyse zu den Musikvideos Triumph of a Heart (Spike Jonze, 2005) und Declare Independence (Michel Gondry, 2007) mit Björk

Die in meiner Arbeit analysierten Videoclips weisen eine zentrale Gemeinsamkeit auf: Sie enthalten zahlreiche surreale Elemente, die den Betrachter in eine andersartige und bizarre Welt führen, ohne dass zunächst ein Bezug zur Realität denkbar wäre. Schließlich ist eine Szenerie, in der eine Frau mit einem Kater, der vorzugsweise ausgebeulte Unterhemden trägt und Abende lieber auf der Couch verbringt, zwar belustigend, aber doch recht realitätsfern. Auch die Darstellung einer Menschenmaschine, in der Björk durch ein Megaphon singt, dem bunt bemalte Fäden als versinnbildlichte Worte entspringen, erscheint zunächst recht befremdlich.
Die Darstellung eines Märchens, wie es in Triumph of a Heart der Fall ist, oder einer Bühnensituation wie in Declare Independence aber schaffen gerade durch diese Distanz zur Realität Handlungsspielräume, innerhalb derer subversive Botschaften untergebracht werden können, ist der Betrachter geneigt diese wahrzunehmen. Ob Bühnensituation oder Märchen – beide Erzählweisen geben der Künstlerin die nötige ‚Narrenfreiheit’, subversive Botschaften zu übermitteln.
Die Videoclips werden zunächst auf die Art und Weise der Selbstinszenierung Björks im Verhältnis zu ihren Interaktionspartnern sowie die möglichen Bedeutungen und Funktionen der surrealen Komponenten untersucht, um dann das darin enthaltene subversive Potenzial zu erörtern.

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Mariusz Cieszlik: Die weibliche Glatze als Ausdruck weiblicher Widerständigkeit (im Musikclip)

Meine Arbeit steht im Zeichen des thematischen Hindergrundes Weibliche Widerständigkeit im Musikclip. Vordergründlich jedoch handelt es um weibliche Widerständigkeit, die sich über die Frisur äußert. Genau betrachtet, handelt es sich sogar um eine Frisur, die keine ist: um die weibliche Kahlköpfigkeit; oder vielmehr um die weibliche Glatze, die keinen kulturellen, keinen pathologischen, sondern einen rein ästhetischen Beweggrund hat, der bei genauer Betrachtung den kulturellen und pathologischen aber auch sexuellen Aspekt als Hauptargument trägt und an der Peripherie eben jener Aspekte erklärbar wird.

 



Laufende Projekte:


Mobile Kommunikation: Handy, mobiles Video und mobiles Gaming
Projektleitung Prof. Dr. Richard
Dr. Jutta Zaremba
Frank- Peter Brück

Mobile Bilder. Zur Beweglichkeit des Visuellen durch Kleidung, Handy und Datenanzug
Jutta Zaremba/Birgit Richard, erscheint 2010 im Fink-Verlag München

Es geht um die Erweiterung des technischen Bildes zum tragbaren, bewegten, mitreisenden und sich austauschenden Artefakt. Bildträger sind dementsprechend T-Shirt, Handy und Wearables unter Einbeziehung von mobile art, augmented clothing oder mobile gaming.


Stil-Bilder und Medien der Neuen Jugendkulturen
Projektleitung Prof. Dr. Richard
New Rave und EMO

Mag. Nina Metz: Back to the Future - Materialsammlung und Überblick über das popkulturelle Phänomen New Rave

New Rave prägt als popkulturelles Phänomen die Diskussion in Musikmagazinen und Feuilletons. Aber handelt es sich bei diesem tatsächlich um eine Wiederentdeckung des Raves der späten 80er und frühen 90er Jahre, wie es der Genrebegriff nahe legt? Oder gestaltet sich New Rave vielmehr, wie von diversen Kritikern des Phänomens angemerkt wird, als eine popkulturelle Mode ohne Substanz, um einen durch das britische Musikmagazin NME ausgelösten Medien-Hype?
Im Rahmen dieser Materialsammlung wird ein Überblick über die Entstehung des Begriffs, der eng mit der britischen Band Klaxons verknüpft ist, die darauf folgende Diskussion in der Fachpresse, sowie die stilistischen Besonderheiten des so besprochenen Phänomens gegeben.

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Mag. Nina Metz: Everybody Hurts - EMO als jugendkulturelles Phänomen zwischen romantischer Versehrtheitstradition und „Teenage Angst“

Jugendliche die sich schmale Schnitte in die Haut der Handgelenke ritzen, Internetseiten die die Selbstmordphantasien von Teenagern in poetischer Form dokumentieren: Das verstärkte mediale Interesse an EMO ist nicht zuletzt das einer irritierten und besorgten Eltern- und Lehrergeneration.
Gleichzeitig scheint das Phänomen bei anderen jugendlichen Bezugskulturen eine Notwendigkeit zur Abgrenzung aus herauszufordern, wie es sie lange, seit den legendären Rivalitäten zwischen Rockern und Mods, zwischen Punks und Poppern, im Rahmen eines postmodernen, diffusen Nebeneinanders nicht mehr zu geben schien. Bei EMO handelt es sich deshalb, nicht nur angesichts der zwiespältigen medialen Berichterstattung, um ein jugendkulturelles Phänomen, das eine besondere Aufmerksamkeit verdient: EMO greift stilistisch auf ein Archiv jugendkultureller Stilelemente zurück und vereint so die jugendlichen Inszenierung von kultureller Entfremdung und Todessehnsucht mit einer übersteigerten Passivität, die anders als die von der Elterngeneration fast schon erwartete Rebellion, Irritationen schafft und Jugendklischees infrage stellt.

 


Mag. Nina Mahr: Black Metal

Die Black Metal-Kultur entwirft in ihrem Stil eine eigene aggressive Machtsymbolik aus Satanismus, Kriegs- und Todesmotiven, Heidentum, Rechtsextremismus sowie voremanzipatorischen Männlichkeitsbildern. Entgegen den subversiven Darstellungen aktueller Jugendkulturen inszenieren Black Metal-Anhänger auf möglichst provokante Weise spektakuläre Gegenpole und drastische Tabubrüche. Dabei bewegen sich die Szenemitglieder auf einem Grat zwischen geforderter Ernsthaftigkeit, dem Anspruch, die Szeneideologie als Lebenspraxis umzusetzen und einer übersteigerten Künstlichkeit der Szeneidentität.


Game Studies:
Projektleitung Prof. Dr. Richard
Dr. Jutta Zaremba


Jugendliche Bild- und Medienwelten im Web 2.0
Studie zu den Plattformen: YouTube, flickr, myspace
Themenfelder: Selbstdarstellung, Casting, Posing, Dating, Tod, Fashion Victim, Digitale Jugendbilder, Rausch, DAS BÖSE
Projektleitung Prof. Dr. Richard
Forschungsteam:
Jan Grünwald: flickr YouTube myspace
Dr. Alexander Ruhl: flickr
Dr. Jutta Zaremba: gaming auf youTube
Marcus Recht: flickr
Nina Metz: YouTube, Spex online
seit 2006


Ausstellungsprojekte:
inter_cool 3.0. jugendliche bild- und medienwelten 2010-2011
gefördert von Kulturhauptstadt Ruhr 2010 und der Stadt Dortmund


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zusammen mit Dr. Oliver Zybok
Herbst/Winter 2009 im von der Heydt Museum Wuppertal